gemeinschaftliche Selbsthilfe von Obdachlosen

Wohnhaus „Kunterbunt“

Projekt: „Zinshaus Kunterbunt“
Träger: Ein (gesondert zu gründender) gemeinnütziger Verein
Format: (Teilgescriptete) Doku-Soap m. Audience Participation
Objective: Soziales Engagement, Auswege selber schaffen.
Sub-Objective: ökologisch-nachhaltige neue Modelle vorzustellen für ein Zusammenleben in der Zukunft.
Extrakt:
Die Umsetzung eines primär sozial-gemeinschaftlich ausgerichteten Konzeptes als Modelprojekt.
Gleichzeitiger Nachweis, dass „Auswege“ für die Betroffenen auch wirtschaftlich erfolgreich sein können.
Die Erfordernis von rein „karitativer Zuwendung“ – welche von der unbetroffenen Allgemeinheit oft als eine „unbillige Belastung ihrer Leistungspflicht“ empfunden wird – gleichzeitig auf einem Minimum zu halten.
Thematisierung der zweifelsfrei gegebenen gesellschaftlichen Herausforderung über ein Medium mit großer Reichweite (TV) basierend auf dem weit verbreiteten „Vergnügen“ des Voyeurismus und dem Bedarf an „leichter Unterhaltung“.

~~~~~~~ Bei Interesse, bitte hier weiterlesen! ~~~~~~~

Ein Konzept, welches einfach schon deswegen realisiert werden sollte, um zu zeigen:
„Andere Zugänge sind möglich!“

In die Obdachlosigkeit rutscht niemand aus „Jux und Dollerei“ und/oder aus dem reinen Spaß am „wilden“ Leben auf der Strasse. Alkohol und/oder Drogen können Auslöser sein, oft genug aber auch Ergebnis.

So oder so.
Einmal in diesem Strudel gelandet, ist ein Weg heraus fast unmöglich. „Öffentliche Stigmatisierung“, „inadäquates Erscheinungsbild“, (natürlich auch die, sichtbaren, Auswirkungen von Drogen oder Alkoholmissbrauch), nebst „fehlender Adresse“, „fehlendem Bankkonto“ oder auch so selbstverständlichen(?) Komforts wie uneingeschränkten Zugang zu Hygiene- & Pflege-Möglichkeiten oder einfach nur einer Waschmaschine, sind ein „Sargnagel“ nach dem anderen, ein Entkommen wird mit jedem Tag unmöglicher.

Dazu noch die Auswirkungen der Selbstwahrnehmung.
Die kann zwar auch im Alkohl ertränkt, zumindest aber erträglicher gemacht werden, aber dem „Ultimo Ratio“ kann sich dann wohl doch keiner entziehen:
Die betrachten mich als Abschaum, als wertlose Randerscheinung, als menschlichen Müll… die wollen nichts mit mir zu tun haben – aber, Ha!, die werden sich wundern, weil ich will mit denen auch nichts zu tun haben.“
Dass das auf einen Teufelskreis herausläuft, versteht sich wohl von selbst.

Es gibt sowohl private wie auch kirchliche Hilfsorganisationen, wo nachgeradezu heroisches geleistet wird. Doch es liegt in der Natur der Sache, dass diese Einrichtungen nur „lindern“ aber nicht „heilen“ können.
Das Sprungbrett zurück in die Gesellschaft können sie einfach gar nicht anbieten.

Also haben wir uns Gedanken gemacht wie man diesen Menschen helfen kann?
Nicht „allen“ – das wird wohl nie gehen – aber wenigstens einigen, jenen welche bereit für eine Rückkehr aus dieser tiefen Schlucht, sind.
….sind wir damit erfolgreich, werden andere gewiss dem Beispiel folgen.

„Kopieren“ / „Nachmachen“ ist immer einfacher als „voran zu gehen“. Und: Wir haben da gar nichts dagegen! Im Gegenteil!

Warum also nicht ein, zum Beispiel ein heruntergekommenes, leerstehendes, (Zins-)Haus erwerben – und in ein „Gemeinschaftsprojekt“ verwandeln?

„Geld!“ – ja natürlich bedarf es dafür einiges an Kapital.
Ankauf und Renovierung kosten. ….und keine Bank wird einem „Haufen Obdachloser ohne Einkommen“ einen Kredit – oder gar einen Kreditrahmen gewähren!

Einem „Haufen Obdachloser“ vermutlich nicht – einem gemeinnützigen Verein, der noch dazu ein veritable Konzept vorlegen kann, vielleicht schon?

Vielleicht findet sich ja auch ein, zB kinderloser, Hausherr, der (eines seiner?) Objekte dem Verein spendet.
Steuerlich absetzbar?
Banken haben mit ihrem Eigenkapital derzeit mit „Negativ-Zinsen“ zu kämpfen, also auch da könnte der Gedanke lauten:
„Wir stellen die Mittel zur Verfügung, müssen zwar bei der Bedienung des Darlehens sehr flexibel sein, bekommen aber für unsere „Verluste“ eine Spendenbescheinigung für die Finanz – plus über die Ausstrahlung der gesamten Entwicklung im Rahmen einer „TV-Doku-Soap“ auch noch jede Menge „kostenloser“ Werbung und können unser Engagement sogar zur Imagepflege verwenden…..“

Sponsoren die aus gleichem Kalkül (oder weil sie wirklich einfach helfen möchten?!) benötigtes Material oder Maschinen zur Verfügung stellen….
Arbeitslose oder pensionierte Architekten, Vorarbeiter, Professionisten böte ein derartiges Unterfangen einerseits die Möglichkeit sich wieder für den Arbeitsmarkt zu empfehlen, andererseits vielleicht auch „nur“(?!) eine „Aufgabe“ und Anerkennung in einem spannenden neuen Projekt?

Die Gedanken, Wünsche aber auch Arbeitskraft der Obdachlosen selbst würde dann in Entstehung dieses Projektes einfließen.

Gleichzeitig könnte ein solches Projekt auch neue Standards und/oder Anregungen für künftige Modelle sozialen/ gemeinschaftlichen Wohnens setzen?

Mit Gemeinschaftsküche, gemeinschaftlich genutzten und erhaltenen Wohnbereichen, TV-Zimmer, Computer-Raum, Gemeinschaftsgarten für „urbanes Farming“ bzw. für (Teil-)Selbstversorgung, Waschküche…..
Die einzelnen Wohnungen sollen gar keine „Luxus-Domzile“ werden, sondern einfach nur einen sehr privaten Bereich schaffen, mit eigenem Bad und WC, den man auch absperren kann ohne Furcht zu haben, dass das Wenige an verbliebenem Hab & Gut auch noch gestohlen wird.

Eine Basis, von welcher aus man sich wieder auf Arbeitssuche begeben kann, ein tatsächlicher Neustart ermöglicht wird, und – wiederum durch den Vorteil der „großflächigen Verbreitung durch das TV-Sendeformat“ – sich vielleicht schon alleine dadurch ein neuer, eigener und unabhängiger Weg finden lässt.

Gleichzeitig könnte ein derartges Projekt, durch das angeschlossene Sendeformat, vielleicht auch eine Sensibilisierung bei der Bevölkerung, den Zusehern schaffen um künftg in den Obachlosen welchen man am hastigen Weg in die Arbeit nicht bloß eine „visuelle und olfaktorische Störung“ zu sehen, sondern Menschen, und Schicksale die sich eine Zurückhaltung bei der Beurteilung/Aburteilung verdient haben.
Menschen die bloß gestrauchelt sind, und oft einfach nur ein klein wenig Hilfe bedürfen um wieder einen sicheren Stand in unserer Gesellschaft zu schaffen?

Dies gilt nicht als „Ghetto“ für obdachlose Männer und Frauen getrennt. Nein- bunt gemischt, alt mit jung! Warum auch nicht? Alle können voneinander lernen! Niemand muss alleine sein, man hat „Nachbarn“ die man kennt, die aufeinander schauen.

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